Kosten & Wirtschaftlichkeit · Deutschland 2026
E‑Auto laden: Was kosten 100 km zuhause, öffentlich und am Schnelllader?
Der Stromverbrauch eines Elektroautos ist nur die halbe Rechnung. Entscheidend ist auch, wo und zu welchem Tarif geladen wird. Mit unserem Rechner sehen Sie sofort, was 100 Kilometer und ein ganzes Jahr bei Ihrem persönlichen Lademix kosten.
Bei 18 kWh/100 km kosten 100 Kilometer mit 35 ct/kWh etwa 6,30 €, mit 45 ct/kWh rund 8,10 € und mit 60 ct/kWh etwa 10,80 €. Der Ladeort kann die jährlichen Energiekosten deshalb um mehrere hundert Euro verändern.
Direkt ausprobieren
Interaktiver Lade-Kostenrechner
Geben Sie Verbrauch, Fahrleistung und Ihre typischen Ladepreise ein. Zusätzlich können Sie festlegen, welcher Anteil zuhause, öffentlich und per Schnellladen geladen wird.
Die Werte sind Modellrechnungen. Ladeverluste, Grundgebühren, Blockiergebühren und zeitabhängige Preise können zusätzlich anfallen. Für eine Kaufentscheidung immer den eigenen Tarif und das reale Fahrzeugangebot prüfen.
1. Was kosten 100 km mit typischen Rechenwerten?
Der ADAC nutzt in seinen Kostenvergleichen verschiedene Strompreis-Szenarien, darunter 35 ct/kWh für Laden zuhause, 45 ct/kWh für überwiegend zuhause mit gelegentlichem öffentlichen Laden und 60 ct/kWh für ausschließlich öffentliches Laden. Diese Werte eignen sich gut, um die Größenordnung zu verstehen – Ihr tatsächlicher Tarif kann deutlich abweichen.
2. Warum öffentliche Ladepreise so stark schwanken
Vertrag oder Ad-hoc
Wer ohne passenden Vertrag spontan lädt, kann deutlich mehr zahlen. Laut ADAC kann Ad-hoc-Laden je nach Situation erheblich teurer sein als ein vertragsbasierter Tarif ohne Grundgebühr.
AC, DC und HPC
Normalladen mit Wechselstrom und Schnellladen mit Gleichstrom werden häufig unterschiedlich bepreist. Besonders an stark frequentierten Schnelllade-Standorten kann der kWh-Preis höher liegen.
Roaming & Grundgebühr
Ein Tarif kann günstig im eigenen Netz, aber teuer im Roaming sein. Manche Angebote senken den kWh-Preis gegen eine monatliche Grundgebühr – sinnvoll ist das nur bei ausreichender Nutzung.
laut Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur, in Betrieb am 1. Juni 2026.
3. Fünf einfache Hebel, die Lade-Kosten senken können
Ein günstiger Haushalts-, Wallbox- oder dynamischer Tarif kann die Kosten je 100 km deutlich senken.
App, Ladekarte und Betreiberpreis vergleichen. Nicht jeder Tarif ist an jeder Säule gleich attraktiv.
Für Langstrecke ist HPC praktisch. Im Alltag muss es aber nicht jedes Mal die teuerste Ladeart sein.
Ein Abo mit niedrigerem kWh-Preis lohnt sich erst, wenn die monatliche Ersparnis die Grundgebühr übersteigt.
Winter, Autobahn, große Räder und Heizung erhöhen den Energiebedarf. Für die Planung lieber echte Erfahrungswerte nutzen.
Wer eigenen Solarstrom nutzt, sollte dessen reale Kosten und entgangene Einspeiseerlöse berücksichtigen – nicht automatisch mit 0 € rechnen.
4. Wann ist Strom pro 100 km günstiger als Benzin?
Für einen fairen Vergleich zählt nicht der Preis einer Kilowattstunde gegen den Preis eines Liters, sondern die Kosten pro 100 Kilometer. Ein Beispiel mit 18 kWh/100 km und einem Benziner mit 6,5 l/100 km:
| Szenario | Annahme | Kosten / 100 km |
|---|---|---|
| E‑Auto zuhause | 18 kWh × 0,35 € | 6,30 € |
| E‑Auto gemischt | 18 kWh × 0,45 € | 8,10 € |
| E‑Auto öffentlich | 18 kWh × 0,60 € | 10,80 € |
| Benziner – Beispiel | 6,5 l × 2,13 € | 13,85 € |
Der Benzinwert 2,13 €/l ist ein gerundeter ADAC-Wochenmittelwert von Anfang August 2026 und dient nur als Beispiel. Kraftstoffpreise ändern sich laufend. Ändern Sie den Wert im Rechner oben.
Break-even-Strompreis
Bei 18 kWh/100 km, 6,5 l/100 km und 2,13 €/l Benzin wäre das Elektroauto bei den reinen Energiekosten bis zu einem Strompreis von rund 0,77 €/kWh günstiger. Das ist keine Gesamtkostenrechnung: Kaufpreis, Wertverlust, Versicherung, Wartung und Finanzierung fehlen bewusst.
5. Jahreskosten: Warum die Fahrleistung zählt
Der Unterschied pro 100 km wirkt klein, summiert sich aber über das Jahr. Bei 15.000 km und 18 kWh/100 km entstehen ungefähr:
945 € / Jahr
bei 35 ct/kWh
1.215 € / Jahr
bei 45 ct/kWh
1.620 € / Jahr
bei 60 ct/kWh
Zwischen 35 und 60 ct/kWh liegen in diesem Beispiel 675 € pro Jahr. Bei fünf Jahren wären das 3.375 € – genug, um einen Fahrzeugvergleich spürbar zu verändern.
6. Was in einer realistischen Rechnung zusätzlich gehört
Stromkosten sind wichtig, aber nicht automatisch der größte Kostenblock. Für die Gesamtwirtschaftlichkeit sollten Sie zusätzlich realen Kaufpreis nach Rabatt, Finanzierung, Versicherung, Wartung, Reifen, Steuer, Wallboxkosten und vor allem den möglichen Wertverlust betrachten. Genau deshalb ist ein niedriger Ladepreis ein Vorteil – aber nie der einzige Grund für oder gegen ein Fahrzeug.
Weiterrechnen
Quellen & Datenstand
ADAC: Ladetarife für Elektroautos 2026 sowie Kostenvergleich E‑Auto vs. Verbrenner. Der ADAC verwendet u. a. Strompreis-Szenarien von 35, 45 und 60 ct/kWh und weist auf große Preisunterschiede zwischen Tarifen hin. Bundesnetzagentur: 152.915 Normalladepunkte und 53.292 Schnellladepunkte waren am 1. Juni 2026 im Ladesäulenregister erfasst. ADAC Kraftstoffpreis: Super E10 rund 2,13 €/l als Wochenmittel Anfang August 2026. Datenstand: August 2026.
ADAC Ladetarife 2026 ·
ADAC Autokostenvergleich ·
Bundesnetzagentur Ladeinfrastruktur ·
ADAC Tanken & Laden Deutschland
Weiterrechnen und weiterlesen
Nutzen Sie die Rechner und passende Hintergrundartikel.

