Spritpreise auf Rekordniveau: Ist jetzt Zeit fürs Elektroauto?
Die Spritpreise sind im September 2026 stark gestiegen. Das macht die Frage nach einem Elektroauto wieder aktueller. Aber hohe Benzin- oder Dieselpreise allein sagen noch nicht, ob sich ein Wechsel finanziell lohnt. Entscheidend sind Fahrleistung, Verbrauch, Ladepreis, Kaufpreis, Wertverlust und die eigene Ladesituation.
Neutraler Kostencheck · Pro & Contra · keine pauschale Wechsel-Empfehlung
Was ist bei den Spritpreisen gerade passiert?
Nach Angaben des ADAC kostete ein Liter Super E10 am 17. September 2026 im bundesweiten Durchschnitt 2,308 Euro, Diesel 2,471 Euro. Beide Kraftstoffe lagen damit auf Rekordniveau. Im Wochenvergleich waren Super E10 um 4,1 Cent und Diesel um 10,1 Cent teurer geworden.
Für Autofahrer steigen damit unmittelbar die laufenden Kilometerkosten. Ob daraus automatisch ein wirtschaftlicher Vorteil für ein Elektroauto entsteht, lässt sich trotzdem nicht aus dem Literpreis allein ableiten.
Quelle und Stand: ADAC, 17.09.2026 – aktuelle Spritpreise.

Was bei hohen Spritpreisen für ein Elektroauto sprechen kann
Niedrigere Energiekosten möglich
Wer günstig zu Hause oder beim Arbeitgeber laden kann, kann pro 100 Kilometer deutlich weniger für Energie bezahlen als mit Benzin oder Diesel. Wie groß der Abstand ist, hängt direkt vom Strompreis und Verbrauch ab.
Planbare Heimladung
Mit eigener Wallbox wird ein Teil der laufenden Kosten vom Tankstellenpreis entkoppelt. Besonders bei hoher Jahresfahrleistung kann dieser Unterschied stärker ins Gewicht fallen.
Andere Wartungsstruktur
Elektroautos haben keinen Ölwechsel, keine Abgasanlage und weniger klassische Verschleißkomponenten im Antriebsstrang. Dafür bleiben Reifen, Bremsen, Fahrwerk und weitere Fahrzeugkosten natürlich bestehen.
Was gegen einen schnellen Wechsel sprechen kann
Kaufpreis und Wertverlust
Ein niedrigerer Energiepreis gleicht einen hohen Anschaffungspreis nicht automatisch aus. Wer ein vorhandenes, bezahltes Auto ersetzt, muss auch den zusätzlichen Kapitalbedarf und Wertverlust berücksichtigen.
Öffentliches Laden kann teuer sein
Ohne eigene Lademöglichkeit hängt die Rechnung stärker von öffentlichen AC- und DC-Tarifen ab. Je nach Tarif kann der Kostenvorteil gegenüber einem effizienten Verbrenner deutlich kleiner werden.
Langstrecke bleibt ein Nutzungsfaktor
Reichweite, Ladepausen, Winterverbrauch und Ladeleistung spielen besonders bei häufigen Autobahnfahrten eine größere Rolle. Das ist kein reines Kosten-, sondern auch ein Komfortthema.
Einfacher Energiekosten-Rechner: Verbrenner vs. Elektro
Mit dem Rechner kannst du nur die Energie- beziehungsweise Kraftstoffkosten vergleichen. Kaufpreis, Finanzierung, Versicherung, Steuer, Wartung und Wertverlust sind bewusst noch nicht enthalten.
Die voreingestellten Werte sind nur Rechenbeispiele. Beim Spritpreis ist rund 2,31 €/l als gerundeter Ausgangswert für Super E10 nach dem ADAC-Stand vom 17.09.2026 eingetragen. Den für dich relevanten Preis kannst du jederzeit überschreiben.
Wann verändert ein hoher Spritpreis die Rechnung besonders stark?
| Situation | Effekt hoher Spritpreise | Was zusätzlich wichtig bleibt |
|---|---|---|
| Hohe Jahresfahrleistung | Der Unterschied bei den Energiekosten wächst schneller. | Kaufpreis, Haltedauer, Ladepreis und Verbrauch. |
| Eigene Wallbox / günstiges Laden | Ein Elektroauto kann bei den laufenden Energiekosten stärker profitieren. | Investition in Wallbox, Stromtarif und tatsächlicher Ladeanteil zu Hause. |
| Nur öffentliches Schnellladen | Der Abstand zum Verbrenner kann kleiner werden. | Tarif, Anbieter, Ladeverluste und regionale Verfügbarkeit. |
| Vorhandener, bereits bezahlter Verbrenner | Höhere Spritkosten belasten weiter. | Ein Fahrzeugwechsel verursacht aber neue Anschaffungs- und Wertverlustkosten. |
| Ohnehin anstehender Fahrzeugwechsel | Der Energiepreis wird zu einem relevanteren Vergleichspunkt. | Gesamtkosten beider konkreten Fahrzeuge über dieselbe Haltedauer. |
Öffentlich laden: Die Infrastruktur wächst, der Tarif bleibt entscheidend
Die Bundesnetzagentur meldete zum 1. August 2026 insgesamt 156.399 Normalladepunkte und 55.665 Schnellladepunkte in ihrem Register. Damit ist öffentliches Laden in Deutschland deutlich breiter verfügbar als noch vor einigen Jahren.
Für die Wirtschaftlichkeit ist die reine Zahl der Ladepunkte aber nur ein Teil der Rechnung. Entscheidend ist, welche Ladepunkte auf den eigenen Strecken verfügbar sind und zu welchem Tarif dort geladen wird.
Quelle: Bundesnetzagentur – Ladeinfrastruktur in Deutschland, Stand 01.08.2026.
Einordnung: Hohe Spritpreise sind ein Faktor – aber nicht die ganze Entscheidung
Ein Elektroauto wird interessanter, wenn …
viel gefahren wird, regelmäßig günstig geladen werden kann und ohnehin ein Fahrzeugwechsel ansteht. Dann wirken sich Unterschiede bei den laufenden Energiekosten stärker aus.
Ein sofortiger Wechsel ist nicht automatisch günstiger, wenn …
das vorhandene Auto bereits bezahlt ist, wenig gefahren wird oder überwiegend teures öffentliches Schnellladen nötig wäre. Dann können Anschaffung und Wertverlust den Energieeffekt überlagern.
Die aktuellen Spritpreise machen einen Kostenvergleich sinnvoller, ersetzen ihn aber nicht. Für eine faire Rechnung sollten immer zwei konkrete Fahrzeuge über dieselbe Haltedauer und dieselbe Jahresfahrleistung verglichen werden.
Häufige Fragen
Lohnt sich ein Elektroauto nur wegen hoher Spritpreise?
Nicht automatisch. Hohe Spritpreise verbessern zwar die laufende Kostenposition eines Elektroautos gegenüber Benzin oder Diesel, aber Kaufpreis, Ladepreis, Wertverlust, Versicherung, Wartung und Haltedauer können das Gesamtergebnis verändern.
Wann wirken sich hohe Spritpreise besonders stark aus?
Vor allem bei hoher Jahresfahrleistung. Je mehr Kilometer gefahren werden, desto stärker wirken sich Unterschiede bei den Kosten pro 100 Kilometer auf die Jahres- und Gesamtkosten aus.
Ist öffentliches Laden immer günstiger als Benzin oder Diesel?
Nein. Öffentliche Ladetarife unterscheiden sich stark. Besonders Schnellladen kann deutlich teurer sein als Laden zu Hause. Deshalb sollte der tatsächlich nutzbare Tarif in die Rechnung eingehen.
Sollte ich meinen vorhandenen Verbrenner jetzt ersetzen?
Diese Frage lässt sich nicht allein mit dem aktuellen Spritpreis beantworten. Relevant sind unter anderem Restwert und Zustand des vorhandenen Autos, die geplante Haltedauer, Jahreskilometer sowie Anschaffungs- und Ladekosten des möglichen Elektroautos.
Gesamtkosten statt nur Energiepreis vergleichen
Wenn du zwei konkrete Fahrzeuge vergleichen möchtest, kannst du Kaufpreis, Energie, Versicherung und weitere Kosten in unserer Kostenanalyse gegenüberstellen.
Weiterrechnen und weiterlesen
Nutzen Sie die Rechner und passende Hintergrundartikel.
